Attraktive Unternehmen, mehr Produktivität und mehr Flexibilität als Gegentrend zur demografischen Entwicklung

Wirtschaftsforum der saarländischen Volksbanken

Saarbrücken, 24.09.2014 – Um die Probleme der demografischen Entwicklung anzupacken, müssen Potenziale am Arbeitsmarkt gehoben werden, die Teilzeitquote sollte weiter sinken und Unternehmen müssen in die Erhöhung ihrer Produktivität investieren. Dies ist die zentrale Erkenntnis des Wirtschaftsforums der Volksbanken im Saarland mit rund 450 Gästen aus der mittelständischen Wirtschaft in der Congresshalle Saarbrücken.

"Die Saarländer werden immer älter und immer weniger - insbesondere bei den 19- bis 24-jährigen", mit dieser nüchternen Erkenntnis eröffnete Hans-Joachim Meyer, Sprecher der Volksbanken im Saarland, das Wirtschaftsforum unter dem Motto "Das Saarland der Zukunft - Arbeit, Rente, Demografie". Gleichzeitig betonte er: "Wo Risiken liegen, gibt es aber immer auch Chancen".

Unter der Überschrift "Generationengerechtigkeit und Generationenbilanz" verdeutlichte Prof. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, mit eindrucksvollen Zahlen und sehr anschaulich, dass die heutige Beschäftigtengeneration auf der einen Seite der Verursacher der demografischen Entwicklung ist, auf der anderen Seite aber auch diejenige,  welche die Herausforderungen angehen kann und muss. Die Gesellschaft müsse sich jetzt darauf einstellen, die statistischen Zahlen seien nicht wegzudiskutieren oder weiter schön zu reden, so der Experte für Demografie. Lösungsansätze seien beispielsweise Zuwanderung in den Arbeitsmarkt und eine längere Lebensarbeitszeit.

 

In der anschließenden Gesprächsrunde unter dem Titel "Die Arbeitswelt von morgen" ergänzte Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employablity (IBE) aus Ludwigshafen, dass insbesondere im Saarland die Abwanderung von jungen Menschen in vermeintlich attraktivere Regionen oder Großstädte auch durch  eine gute Standortpolitik eingedämmt werden könne. Insgesamt müssten besonders kleinere Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber stetig verbessern, beispielsweise durch eine glaubhafte Unternehmensstrategie, die konsequent verfolgt wird. Auch soziales Engagement und regionale Verantwortung spielten für die junge Generation eine große Rolle bei der Auswahl des Arbeitgebers, betonte Prof. Dr. Rump.

 

Nachwuchssorgen in der Gesundheitsbranche

Besonders im Gesundheitssektor sei es sehr schwierig geeignete junge  Mitarbeiter zu finden, bestätigte Dr. Susan Breßlein, Geschäftsführerin des Klinikums Saarbrücken. Hier potenzierten sich die Auswirkungen der demografischen Entwicklung, da aufgrund immer längerer Lebenserwartungen stetig mehr Krankheiten behandelt werden müssten. Auch im Pflegebereich werde erwartet, dass der Bedarf an stationärer Pflege weiter ansteigen werde. Es sei daher im Gesundheitsbereich essenziell durch flexible Arbeitszeit- und Schichtdienstmodelle für eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen und so als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Gleichzeitig müsse die Zahl der Zulassungen für Ärzte steigen, um die Berufsaussichten für junge Mediziner zu verbessern.

 

Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass alle Maßnahmen sofort angegangen werden müssen, es sei keine Zeit zu verlieren.

Ein Plädoyer für eine strategische Partnerschaft zwischen den USA, Europa und Deutschland in Sicherheitsfragen und bei der Erschließung von Zukunftsmärkten hielt Friedrich Merz, Vorsitzender Atlantik-Brücke e.V.. Er betonte, dass gemeinsame Werte wie Demokratie, Freiheit und Bürgerrechte eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit bilden, eine Grundlage, die kaum ein anderer Staat bieten könne. Gleichzeitig betonte er, dass es stets eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein müsse. Damit wäre es möglich, dass eine neue Dynamik in den Beziehungen entstünde, die für alle positiv seit: Europa, Deutschland und das Saarland.