Wissen über die Heimat bewahren

Geschichtsstunde des Kreisheimatvereins in der Gesamtschule Losheim

Einige der Losheimer Abiturienten Albert Enderlein, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bernd Mayer, Bürgermeister Lothar Christ, Hubert Schommer, Geschichtslehrerin Iris Maurer, stellvertrendem Schulleiter Jürgen Müller und Archäologin Bettina Birkenhagen (hinten stehend, von links).

Vertreter des Kreisheimatvereins waren jüngst an der Peter-Dewes-Gesamtschule in Losheim zu Gast. Dort informierten sie Abiturienten über wichtige Phasen der Kreisgeschichte und diskutierten mit ihnen.

Losheim. Der Vorsitzende des Kreisheimatvereins (KHV) Hubert Schommer, seine Stellvertreterin Bettina Birkenhagen, Vorstandsmitglied und Mitautor Albert Enderlein sowie weitere Vertreter des KHV sprachen mit Abiturienten über Daten der Heimatgeschichte. Als Gäste begrüßte dazu der stellvertretende Schulleiter Jürgen Müller auch Bürgermeister Lothar Christ und den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Untere Saar, Bernd Mayer, als Sponsor.

„Ich finde es als eine gute Sache, dass der KHV mit der Information über die Geschichte zur Zeit Napoleons und der Römer an unsere Schule herangetreten ist“, befand Müller. Bürgermeister Christ, der bekannte, dass Geschichte sein Lieblingsfach in der Schule war, sagte: „Ich bin gerne heute zu dieser schönen Aktion des Heimatvereins gekommen, die Weltgeschichte auf unsere Region runter bricht“ und wünschte dem Projekt viel Erfolg. Volksbank-Vorsitzender Mayer betonte, dass er es als eine tolle Sache gesehen habe, als der KHV-Vorsitzende damit auf ihn zugekommen sei, und diese gerne unterstütze. 

„Wir denken, Geschichte in der eigenen Region zu erleben, bringt einen besseren Bezug dazu“, meinte er. Geschichtslehrerin Iris Maurer zeigte sich erfreut über den Kurzbesuch. „Die Themen passen ganz gut. Wir sind darauf gespannt“, erklärte sie. Schommer stellte die Aufgaben des Kreisheimatvereins vor, zu dem auch der Heimatverein Losheim gehört. „Damit uns das Wissen über Heimatkunde und -geschichte nicht verloren geht, schreiben wir Bücher, in denen wir unsere Geschichte festschreiben und dokumentieren, so dass wir darin immer wieder über unserer Heimat lesen und nachforschen können. Dazu gehört auch das Recherchieren nach historischen Unterlagen in Archiven im In- und Ausland“, unterstrich er. Im vergangenen Jahr habe der KHV zwei Bücher, nämlich das Jahrbuch 2013 und ein Geschichtsheft Nr. 3 über die Franzosenzeit im Kreis herausgegeben.

Die Volksbank hatte sich bereit erklärt, jedem Schüler der Klasse ein Exemplar zu schenken.

Das Titelbild des Buches zeigt das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, das auch mit der Franzosenzeit in Losheim und im Kreis Merzig-Wadern zu tun hat. In Leipzig fand die Entscheidungsschlacht gegen Napoleon, die größte Schlacht der Geschichte bis dahin, statt. Die Franzosen wurden geschlagen und zogen sich mit Napoleon nach Frankreich zurück, womit auch die hiesige französische Herrschaft endete.

Schommer ging auch auf die weitere geschichtliche Entwicklung bis 1816 ein. Mitautor Enderlein berichtete über seine Arbeit zur Suche von Unterlagen zu den Kriegshandlungen und Ereignissen aus dem ersten Koalitionskrieg im Raum Merzig und Kriegstagebuch von April bis Juli 1794 in französischen Archiven. „Wenn jemand die Vergangenheit erforscht, muss er Archive aufsuchen“, sagte er. Über die bisherigen und künftigen Grabungsarbeiten in der römischen Villa Borg informierte Archäologin und Ausgrabungsleiterin Birkenhagen in einem anschaulichen Vortrag. Sie lud die Schüler zum Besuch der historischen Stätte ein und sprach ebenso die Möglichkeit an, dort ein Praktikum zu absolvieren.